InterNIC Part I
Merke: Wenn man mehr als nur eine Reihe pickliger Zahlenfetischisten
zu den Gästen seiner Site zählen möchte, ist ein guter Name wichtig und sexy.
InterNIC Part II
Soweit, so gut. Hört sich alles nicht so spannend an. Doch im Mai '93 wurde InterNIC privatisiert, und die Firma Network Solutions erhielt den Zuschlag. Im September `95 geriet die Firma ins Kreuzfeuer der Nerd-Kritik, da sie $100 für die Registrierung von Domain-Namen verlangte und weitere $50 an Gebühren jährlich.
Rigoros wurden die Adressen derjenigen gelöscht, die den Obulus an den bis dato kostenlosen Service verweigerten. Die Kritiker klagen, daß es keinen guten Grund gibt, wieso die InterNIC eine Monopolstellung bei der Vergabe der nutzerfreundlichen Domain - Namen innehaben sollte. Denn die Firma sitzt auf einer Goldader. Im März diesen Jahres allein wurden 45.000 Namen registriert, was eine 25% Steigerung vom Vormonat bedeutete, und das astronomische Wachstum des Internets ist noch lange nicht am Ende. "I would think they're making an obscene profit'',lautet der trockene Kommentar von Karl Denniger, Präsident vonMacro Computer Solutions Inc..
Kein Wunder also, daß die mit der Muttermilch (Anf.d.Prod.: Milch?! - trinken die nicht eher Cola oder XTC?) aufgesogene Paranoia der Netzaktivisten angesichts dieser Hintergrundinfos den CIA an den Internetroutern wähnt. Auch Mediafilter warnte: "Now, one private company with strong ties to the defense and intelligence agencies has become the prime gatekeeper and toll - taker for the millions navigating the maze."
Name.Space
Doch seit einigen Tagen ist das de facto Monopol von InterNIC/Network Solutions/SAIC in Gefahr. Denn der New Yorker Medienkünstler Paul Garrin und eine Handvoll Hacker und Internetaktivisten haben weltweit ein alternatives Netzwerk von Nameservern eingerichtet.
Seine neu gegründete Firma Name.Space hat das Potential, die Karten im Internet neu zu mischen. Anstelle des Browser default nameservers trägt man einen von Garrin ein, so daß man nicht nur die "offiziellen" Websites aufrufen kann, sondern auch sites wie doug.rushkoff. Während die Registrierung einer Domain bei InterNIC mehrere Wochen in Anspruch nimmt und auch noch mit 100$ vergütet werden muß, kostet eine Site - Registrierung bei Name.Space 20$, und der Domain - Name ist dank eines automatischen Web Interfaces sofort aktiviert.
Paul Garrin und die Demokratisierung des Internets
Paul Garrin proklamiert, daß "The InterNIC/NSI command economy of artificial shortages has ended...the free market has stepped in and is ready to satisfy client demand by expanding the internet namespace to accomodate all. We would no longer be restricted to top - level domains, such as .com or .edu," führt er weiter aus, "Under the existing system, there's
an artificial shortage of domain names driven by InterNIC's desire to control. By adding new suffixes such as .mag, .inc, .press, for example, numerous companies could use their own names."
PS: Ach ja, fragt sich nur, was passiert, wenn das Internet - Establishment den Domain - Namen des Name.Space - Nameservers kündigt...
Jörg Koch
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schober@evolution.org 04.01.1997
http://members.evolution.org/rschober/
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nop@berlin.snafu.de 07.01.1997
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timbo@uiah.fi 10.01.1997
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koch@pixelpark.com 05.02.1997
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Jede Website läßt sich durch die eigene Internet Protokoll (IP) Adresse aufrufen: endlose Zahlenreihen wie 164.104.378.9, die sich (bis auf Zahlenfetischisten und Sysads ) keiner merken kann. Deswegen gibt es nutzerfreundliche Namen, wie z.B. www.wildpark.com, anstelle der Zahlenkette, die man im Webbrowser eingibt. Doch bevor man im Wildpark landet, wird bei einem name-server angeklopft, der die IP-Adresse des Wildparks rausrückt, damit der Browser auch den Wildpark im Web finden kann.
Obwohl das Internet mit Millionen von verbundenen Computern
weltweit dezentral organisiert ist, gibt es eine hierarchische
Ordnung, die aus den miltärischen Tagen des Internets stammt. Als das Internet noch der US - Regierung gehörte, wurde die durch US-Steuern finanzierte Organisation Internet Network Information Center (InterNIC) damit beauftragt, die Namensvergabe zu verwalten. Um alles schön simpel und übersichtlich zu halten, wurden verschiedene Domain-Systeme, wie z.B. .com (commercial), .edu (educational), etc., eingeführt, um eine
zufällige Namensvergabe zu vermeiden. Die Namensregistrierung
war kostenlos.
Doch was wäre das Internet ohne Verschwörungsmythen?
Auch im Falle des InterNIC gibt es eine: Einige Monate, bevor Network Solutions bzw. InterNIC anfing, Gebühren zu erheben, wurde die Firma von der Science Applications International Corp. (kurz SAIC; in Newsgroups wird mittlerweile, ähnlich wie bei den vermeintlichen versteckten satanischen Botschaften der 70er Jahre
Ekel - Rockplatten, darauf hingewiesen, daß das Kürzel rückwärts buchstabiert CIAs ergebe) aufgekauft. SAIC ist mit 20.000 Angestellten in 450 Büros weltweit die Nummer Eins unter den privaten Beratungsfirmen für den CIA, die NSA und das Pentagon. Im Vorstand tummeln sich ehemalige CIA-Direktoren,
Pentagon-Bürokraten und Staatsminister, die z.B. für die militärische Strategie der Amerikaner im Golfkrieg, c3i (Command, Control, Communication,Intelligence), verantwortlich waren. 83% des jährlichen Umsatz von zwei Milliarden der Firma besteht aus Regierungsaufträgen.
Auch der amerikanische Autor Douglass Rushkoff (Media Virus, Cyberia) sprüht vor Enthusiasmus, "What had been a fairly limited range of .coms and .edus now becomes as diverse as language itself, transforming a limited resource into an inexhaustible one." Aus wildpark.com kann wildpark.magazine werden, hustler.com kann mit hustler.sex auftrumpfen. Der Fantasie bei
der Namensgebung sind keine Grenzen mehr gesteckt. Paul Garrin ist sich sicher, daß "We have removed the monopoly of controlling the database of who's who on the Internet." Zudem hat er ein System entwickelt, daß auch anderen erlaubt, ihren eigenen name server anzubieten und ihre Daten (auch die des InterNIC) miteinander abzugleichen. Wie jeder andere Internet - Entrepeneur möchte natürlich auch Paul Garrin gerne den Rubel rollen sehen, doch mag man seinem Überbau Glauben schenken, so strickt er tatsächlich an der Demokratisierung des Internets:
"We're de - territorializing the Internet and shifting the naming paradigm from militarism to democracy and bringing it back to the real ideal of virtual space with no national borders.''
User Beiträge und Kommentare:
sysop@namespace.pgpmedia.com 30.12.1996
PS: Ach ja, fragt sich nur, was passiert, wenn das Internet - Establishment den Domain
- Namen des Name.Space - Nameservers kündigt...
Well, in the US wird fuer alles bezahlt. Name.Space
hat mehr als einen domain namen von Internic fuer
sich erworben und ein bezahlter service kann nicht
ohne rechtliche Konsequenzen so einfach verweigert
werden. Aussserdem gibs immer noch eine ip numer
hinter den namen.
Danke für die Zusammenstaellung all der Fackten,
die von verschieden Autoren in verschieden Magazinen
erschienen sind.
All the Best
Andreas Troeger
SysOp [the hand full of hackers]
http://zero.tolerance.{org}./
Dreckfuhler
>Zusammenstaellung all der Fackten, die von verschieden Autoren in verschieden Magazinen erschienen sind.<
Fakten oder fuc#%4/?
Netzzeug/Internic
Hi!
Wie bei den meisten eurer Artikel funktioniert auch in diesem
fast kein link...! Probiert ihr die denn nie aus??
Bert
man merkt den artikeln an, wer sie geschrieben hat,
ich waere froh wenn du mehr schreiben wuerdest und dafuer
die lusche reinicke aus dem bild genommen wird.
das ist doch mehr aus "pc today" und kein wahres
"netzzeug"
Better late than never!
Leider habe ich jetzt erst die Reaktionen abgecheckt - ein Fauxpas, dch in Zukunft vermeiden werde.
Bert, halt mal den Buten - die links funktionieren. Timo, danke fuer das Lob, aber ich werde nicht oefters schreiben - zuviel Stress im Moment.
Eine Bitte: Wenn Ihr was postet, schickt mir bitte ne Kopie als email. Kann dann wesentlich schneller reagieren.
word up. jörg koch